MAGNI HTH 35.12 Teleskoplader

Mit einem Funktionsmodell hat man bekanntlich den meisten Spaß auf einer Modellanlage. Nicht nur von A nach B fahren sondern auch Waren bewegen und verladen zu können erhöht den Spielspaß um ein vielfaches.

Schon am Anfang meiner Mikromodellau Karriere hatte ich den wunsch, einen Teleskoplader im Maßstab 1:87 zu bauen. Allerdings waren die bis dato mir beannten Fahrzeuge eher klein und bieten nicht wirklich viel Platz für die benötigte Technik. Die Modelle von Manitou, Claas, Case sind doch eher etwas klein im Vergleich zum gewählten Modell Magni HTH 35.12. Wobai das nicht der größte Teleskoplader im Produktporfolio von Magni ist. Der 50.14 ist laut meiner Recherche mometan der größte Teleskoplader von Magni. Wenn man sich die Proportionen anschaut ist dieser im Maßstab 1:87 wohl ähnlich dem Volvo Radlader von Wiking. Der Vovo hat zwar eine große Schaufel, beitet die Möglichkeit doch relativ große Lasten zu heben, ist aber durch seine Größe nicht wirklich wendig und wirkt auf einer normalen Modellbahnanlage etwas fehlt am Platz, außer diese hat einen Steinbruch.

 

Da es von vom 35.12 kein Modell, auch nicht in anderen Maßstäben gibt, galt wieder der Spruch "Selbst ist der Mann". Es wurden Informationen, Bilder und Datenblättr im Internet gesucht und recherchiert. Nach gut 2 Wochen intensiver Arbeit am CAD mit diversen Nachtschichten, war die erste Version des Modells für denn 3D Druck erstellt. Ziel dabei war es, ein Gefühl für die Größe und den Teleskoplader fahrbar und lenkbar zu bekommen. Der Ausleger sollte sich heben und ausschieben lassen.

Eines der größten herausforderungen bei solchen Modellen ist die Wahl der Getriebe und dessen Übersetzung. Durch meine bisherigen Projekte konnte ich zwar schon eine geiwsse Erfahrung sammeln und tappe nicht mehr ganz so im dunkeln wenn es um die Übersetzung geht aber trotzdem ist es jedes Mal wieder eine Herausforderung. Bei der Konstruktion des Getriebe für den Fahrantrieb z.B. hat sich gezeigt, das ich genau eine Getriebestufe zuviel eingebaut hatte. Die Gewählte Übersetzung war einfach zu langsam. Trotz Berechnungen, angefangen mit dem Radumfang und der Motordrehzal hat die Theorie nicht zu Praxis gepasst.

Das Resultat des ersten Drucks sah schon sehr vielversprechend aus. Was sich im CAD schon abgezeichnet hat wird bei einer direkten Gegenüberstellung Gewissheit. Der Kleine wird nicht wirklich klein und muss sich nicht hinter einem Radlader Liebherr R580 verstecken. 

Der Zusammenbau der beiden angetriebenen und gelenkten Achsen ging recht zügig von statten. Die für den Maßstab 1:87 recht großen Kardangelenke waren auch im Handumdrehen fertig. Wenn alles gut geplant ist, dann ist so ein Zusammenbau relativ einfach und quasi Plug & Play. Allerdings macht einem der Zoom im CAD auch gerne mal einen Strich durch die Rechnung. Da kann man so herrlich schön in die Konstruktion hereinzoom und der vorhandene Platz/Abstand wirkt riesig. Wenn man die Teile fertig gedruckt vor sich sieht und merkt das der Abstand doch nur 0,5 mm oder sogar geringer sind kommt man schon mal ins Grübeln.

Erste Probefahrt mit alternativen Reifen. Andere waren in der Bastelkiste, in der Größe,  nicht verfügbar. Diese sind viel zu klein, viel zu breit und passen nicht wirklich auf das Fahrzeug. Zumal bei den finalen Reifen der Drehpunkt des Achsschenkels fast mittig zum reifen sitzt. Aber für eine kleine Runde und erste Tests reichen die Reifen aus. Unter anderem wurde die Übersetzung, die Lenkung und die Geländegängigkeit getestet. Letztere ist Dank des Allradantriebes schon sehr vielversprechend. Wenn man dazu noch bedenkt, das die Reifen noch relativ hart sind und der Durchmesser um einiges kleiner ist, sollte eine sehr gute Geländegängigkeit gegeben sein. Interessant wird es beim Wendekreis. Mal schauen wie dieser mit den finalen Reifen aussieht.

Beim der Lackierung habe ich versucht, mich relativ nah ans Original zu halten. Was man beim Prototypen noch sehr gut sieht, die Druckteile wurden nicht ausreichend geschliffen und grundiert. Das wird beim finalen Fahrzeug auf jedenfall besser gemacht. 

Ein erster Belastungstest konnte mit dem Prototypen auch schon unternommen werden. Der Radlader bringt ca., 40g auf die Wage. Würde sagen, Ziel erreicht. 


der finale Teleskoplader entsteht

Zuerst müssen die Druckteile vorsichtig voneinander getrennt werden. Das ist zum teil sehr fummelig und eine ruhige und gefühlvolle Hand sind von Vorteil, denn was erst einmal abgebrochen oder abgeschnitten ist, lässt sich meistens nicht so einfach wieder reparieren.

So viele Teile sind es eigentlich gar nicht. Fehlen nur die Elektronischen Komponenten, die Felgen und Reifen. 

Lackierung

Bevor es ans Lackieren geht, mussten die Teile ordentlich geschliffen werden. Vor allem beim Ausschub  musste sehr gründlich gearbeitet werden. Grundiert und lackiert wurde in der kleinen heimischen Lackierkabine. Grundierung und Fabre stammt von Vallejo. Der Klarlack von Revell.

Decals und Kabinenverkleidung

Decals gibt es für so ein Fahrzeug leider auch nicht fertig zu kaufen. Beim Forwarder hatte ich Glück und konnte auf bereits fertig Decals zurückgreifen und musste diese nur noch bestellen.

Aus meiner Sicht ist bei Decals nicht das erstellen das Problem sondern die Größe. Wie soll man einschätzen, wie groß ein Schriftzug sein soll, welche Schriftweite muss dieser haben und welche Schriftart verwendet das Unternehmen. Mit Hilfe von Fotos hatte ich Anhaltspunkte, wo sich und in welcher Form Schriften, Logos und Aufkleber auf dem Fahrzeug befunden haben. Da das Fahrzeug komplett selbst konstruiert wurde, konnte ich anhand der CAD-Zeichnungen die Flächen für die Aufkleber genau bestimmen und auf diese Art und Weise die Decals in entsprechender Größe erstellen bzw. skalieren. Auf dem heimischen Drucker kann man zwar auch Decals fertigen aber diese sind doch schon etwas filigran und die Folie von professionell erstellten Decals noch etwas dünner. Dazu kommt, das die Decals zum Teil weiß sind. Das kann man Drucker daheim nicht. Die Decals wurde vom Drucker Onkel produziert. 

Mit etwas kreativer Freiheit wurde die erstellen Decals auf dem Modell platziert. Neben Logo und diversen Schriftzügen wurde auch einige Warnhinweise aufgebracht. Diese stammen von TL-Modellbau. Versiegelt wurden die Lackierung und die Decals mit zwei dünnen Schichten matter Klarlack.

Neben den Decals habe ich die Kabinenverkleidung ebenfalls selbst erstellt und auf Overhead-Folie gedruckt. Dieses Prinzip hat sich beim Forwarder schon als sehr gut erwiesen. Mittels eines Laserdruckers wurden die erstellten Grafiken auf die Folie aufgetragen. Auch hier wurden wieder im CAD die Abmessungen ermittelt und übernommen.  

Was man hier wieder sehr gut erkennen kann sind die Unebenheiten vom 3D Druck. Da hätte man noch mehr schleifen sollen. Dafür kommen auch winzige Details und Konturen zum Verschein. Bei den Rückleuchten wurde unter anderem gleich die Aussparung für die 0402 LEDs angepasst und winzige Kabelkanäle in die Form konstruiert. Die Lackdrähte werden später mit grauer Farbe überdeckt. 

Beleuchtung

Das Thema Licht bei einem Mikromodell ist immer etwas heikel. Zum einen werten LEDs ein Fahrzeug optisch enorm auf aber es macht auch Arbeit und es beim Einbau der LEDs kann auch mal was schief laufen.

 

 

 

Bei den Widerstandswerten habe ich mich an meinem Mercedes 4 Achskipper orientiert und die Werte zum größten Teil übernommen. 

 

Bis auf die Hauptscheinwerfer vorne, für die SMD LEDs der Größe 0603 verwendet wurden, kamen LEDs der Größe 0402 zum Einsatz.


Durch die doch relativ hohen Widerstandswerte gibt es keine Probleme mit der maximalen Belastbarkeit der Lichtausgänge am Deltang. 

Für die Rundumleuchten wurde eine speziell programmiertes ATtiny verwendet. Sven Löffler bietet solche und andere ATtinys in seinem Webshop an. 

Antrieb und Fahrwerk