Zu Land bin ich mit den bis jetzt gebauten Fahrzeugen gut unterwegs. Aber man möchte seinen Horizont auch erweitern und sich weiterentwickeln. Durch einige Besuche im Miniaturwunderland und gute Verbindungen zu einigen Mikro-Kapitänen stand der Entschluss schnell fest, dass es Zeit wird sich auch mal in Richtung Wasser zu orientieren. Aber ein reines Schiff wäre unpraktisch, denn nicht auf jeder Messe/Ausstellung ist ein Wasserbecken vorhanden. Der Kompromiss heißt Amphibienfahrzeug. Diese Fahrzeuge können sich im Wasser und auf dem Land bewegen. Neben der Frage, was für ein Fahrzeug es sein sollte, stellte sich auch die Frage, wie man den Spaß-/Spielfaktor eines solchen Fahrzeugs steigern kann. Das Fahrzeug sollte Zusatzfunktionen haben oder etwas transportieren können. Das mit den Zusatzfunktionen (Kran, Winde, …) wurde schnell verworfen, da das Fahrzeuge dafür schon recht groß sein müsste um die Technik zu verstauen und genug Auftrieb zu generieren. Nach ein bisschen Recherche im Internet viel die Wahl auf ein Fahrzeug des Typ LARC.

 

Die Buchstaben LARC stehen für "Lighter Amphibious Resupply Cargo".

 

Von diesem Typ gibt es drei verschiedene Version mit unterschiedlicher Zuladung. Angefangen vom kleinsten LARC-V, der mittlere LARC-XV und der größte LARC-LX (Zuladung 5t, 15t und 60t).

 

Eigentlich wollte ich ein LARC-LX bauen. Allerdings ist dieses Fahrzeug mit den Abmessungen 21x9x6cm schon recht groß und benötigt auch ein dementsprechendes Wasserbecken damit diese auch ausgefahren werden kann. Auf der anderen Seite wäre das Fahrzeug so groß, das man damit locker auch einen LKW transportieren kann. Mit der kleinere Version LARC-XV können kleinere Fahrzeuge, Pickups, Jeeps transportiert werden. Die kleinste Version, der LARC-V, ist für kleinere Lasten und Personen gedacht.

 

Ich habe mich schließlich für den LARC-XV entschlossen, dieser ist ein guter Kompromiss aus Aufwand, Größe und Nutzen.

 

Ziel war es, das Fahrzeug so zu konzipieren, dass damit PKWs und leichte Fahrzeuge über das Wasser befördert werden können. Das bedeutet zum einen, dass genug Auftrieb vorhanden sein muss und zum anderen, dass die Klappe am Bug funktionstüchtig sein muss.

 

Auf der Suche nach einem möglichen Bausatz bin ich bei https://www.arsenalm.de fündig geworden. Das dort angebotene Fahrzeug ist sieht gut aus, hat sehr viele Details und ist ein fertig aufgebautes Standmodell. Dieses müsste man zerlegen, den Rumpf aushöhlen, Löcher bohren, die Mechanik möglichst unauffällig im Fahrzeug verstauen. Wenn man sich den Preis anschaut und aus der Erfahrung heraus das Resultat wohl eher negativ ausfallen wird bleibt nur noch ein Eigenbau.

 

Das soll nicht heißen, dass es nicht möglich ist, dieses Fahrzeug schwimmfähig zum machen und die nötigen Komponenten für die Fernsteuerung… einzubauen.   

 

 

Der Rumpf sollte mittels 3D-Druck gefertigt werden, dafür muss dieser allerdings erst einmal konstruiert werden. Für eine Konstruktion benötigt man ein paar Abmessungen und idealer Weise eine Skizze. Anhand von Skizzen und Fotos entstand im CAD, Stück für Stück ein LARC XV im Maßstab 1:87.

 

Der Druck erwies sich etwas komplizierte als Anfangs gedacht. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Herausforderungen.

Nachdem der erste Rumpf gedruckt war und für den ersten Schwimmtest vorbereitet war hieß es leinen los. Im heimischen Waschbecken wurde das Amphibienfahrzeug zum ersten Mal zu Wasser gelassen.

Erste Erkenntnis, es geht nicht unter, das Projekt ist also realisierbar. Zweite Erkenntnis, man kann sogar noch Ladung zuladen. In Form von Maoam wurde die mögliche Ladung simuliert.

 

 

Ein Maoam wiegt 5g, addiert man alle Maoam auf, so kommt man auf eine Zuladung von ca. 40g. Was enorm ist, an dieser Stelle wurden allerdings die nötigen elektronischen Komponenten, Servos, der Akku, die Räder, Getriebe, Farbe, … nicht berücksichtigt. Im lackierten, fahr- und schwimmbereiten Zustand können bis zu 15g zugeladen werden. 

Nachdem der Druck zufriedenstellen war bzw. ein befreundeter Modellbauer mir die Teile neu gedruckt hat ging es an den Zusammenbau. Die Komponenten passen sehr gut zueinander und die Nachbearbeitung hielt sich in grenzen. 

 

Im Wasser wird das Fahrzeug über einen 6mm Motor mit einer 7mm Schraube aus Neusilber angetrieben.

Gesteuert wird mittels eines Ruders am Heck.